
Heute Abend war es soweit. Leg 1 der Cross Germany Tour im FSX von Westerland/Sylt nach Bremerhaven ist geschafft.
Nach einem anstrengenden Arbeitstag, der etwas länger dauerte als vermutet, schwang ich mich also in den Sitz der Cessna 172, die schon brav auf dem Vorfeld von EDXW wartete.

Schnell alles durchgecheckt, denn die Sonne geht gleich unter. Vollgetankt war sie schon, alles bestens. Quasi im ‘Vorbeirollen’ die Freigabe VFR nach Bremerhaven eingeholt, jede Faser des Körpers Richtung Süden ausgerichtet und los ging es

Wider Erwarten war das Wetter bombig, vereinzelt kleine Wölkchen und Wind aus Nordwest mit 6 Knoten. Nicht der Rede wert. Das Gas voll aufziehen und endlich den ganzen Streß hinter sich lassen. Ein bisschen bockig war die Tante, ging ihr wohl alles ein wenig schnell. Kaum zu glauben, denn wenn man Pech hat ist man auf Sylt eine ganze Zeit unterwegs, bis man an der aktiven Landebahn steht.


Kaum die Runway verlassen, richte ich mich nach Süden aus und lasse den Blick nochmal über das Flugfeld schweifen. Jetzt weiß ich auch, warum die Ärzte unbedingt zurück nach Westerland wollten. Schweren Herzens nehme ich die Klappen rein und peitsche auf 2000 Fuß kletternd Richtung Süden davon.


Auf meiner Reisehöhe angekommen lehne ich mich zurück, nehme die Thermoskanne aus dem Türfach und sehe, wie die Sonne anfängt, wie ein Tauchsieder in die Nordsee zu dippen.

Die Sonne senkt sich immer weiter. Hier oben ist es nun fast Windstill. Das Fliegen am Abend hat eben auch Vorteile. Ich gleite kanpp unter der Wolkenuntergrenze dahin, Fetzen von Schäfchen ziehen dicht an der Kabine vorbei. Kaum habe ich mich an das Schauspiel gewöhnt, muss ich auch schon wieder in den Sinkflug gehen. Zehn Meilen bis Bremerhaven. Also Klappen raus und ab nach unten. Der Flugplatz in Bremerhaven liegt direkt am Wasser, schon aus 20 Meilen Entfernung habe ich ihn blinken sehen.


Bis auf ein paar kleine Luftlöcher ist der Anflug sehr ruhig und eher nicht aus dem Lehrbuch. Ich habe nur noch Augen für die Umgebung, und komme etwas zu hoch rein. Letztenendes aber setzt die C172 butterweich auf, und ich rolle zum kleinen, aber feinen Gate.

Die Platzgebäude sind schon dunkel, hier pennt alles schon. Unverantwortlich, auf einem unkontrollierten Platz
Die Cessna wird also abgestellt. Vollgetankt wird dann zum Leg 2, dafür ist es jetzt zu spät. Ich glaube ich muss das besser timen, damit man auch mal was von der Landschaft sieht. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt.
So geht es also zu Ende, das erste Leg auf der Cross Germany Tour. Leider war das heute Gelände-Sightseeing-technisch nicht so das Gelbe vom Ei. ich kann aber erklären, woran das liegt: Ich fliege ausschließlich in Echtzeit und mit realem Wetter. Für die nicht-FluSianer: Der Flight Simulator X lädt auf Wunsch reale Wetterdaten von Jeppesen runter und baut sie in den Simulator ein, wenn man mächte wird das Wetter alle 15 Minuten an das Echte angepasst. Das macht es ein wenig spannender, ist aber im Prinzip am sinnvollsten, wenn man es zu realer Zeit verwendet. Jeder kennt das: Abends wirds meist ruhiger und schöner.
Falls jetzt noch Fragen auftauchen: Die Szenerie ist die VFR Germany Nord von aerosoft, der Anstrich der Cessna ist Teil des Pakets German Airfields: Niedersachsen vom gleichen Hersteller.
Damit eine gute Nacht, ich hoffe, die Bilder gefallen